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Sitzen bleiben bringt nichts
25.05.2012
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"Sitzenbleiben ist nicht sinnvoll, es schadet eher. Zahlreiche Untersuchungen belegen, dass die Leistung in der neuen Klasse nicht besser wird, sondern weiter abfällt. Weil die Wiederholer den Unterricht erst einmal locker sehen, verpassen sie im Laufe des Schuljahres wieder den Anschluss", erklärt Wenzel.
Auch mit dem Mythos der homogenen Klassen räumt der Schulexperte auf: "Es gibt keine homogenen Klassen, auch dann nicht, wenn die Schwächsten sitzen bleiben", erklärt Wenzel. "Der Wissensstand der einzelnen Kinder ist immer unterschiedlich. Und es stimmt auch nicht, dass eine Klasse davon profitiert, wenn die Leistungen in etwa gleich sind".
Wenzel empfiehlt einen Blick über den Zaun: "Andere Länder kommen auch ohne Ehrenrunden aus, ohne dass die Schüler dort schlechter wären. Großbritannien zum Beispiel, die USA, Japan oder Finnland. Gerade dieses Land können wir in Sachen Bildung zum Vorbild nehmen. Dort stehen zwei bis drei Lehrer pro Klasse zur Verfügung, sodass die schwächeren Schüler gefördert werden können und die stärkeren zusätzliche Angebote bekommen."
Auch das Argument, das alles koste zu viel Geld, ziehe nicht, so Wenzel: "Sitzenbleiben kostet auch Geld, und zwar 5000 Euro pro Schüler für ein Schuljahr. 2010/2011 sind etwa 160 000 Schüler sitzen geblieben - da kommt man auf Kosten von 800 Millionen Euro."
In Bayern gibt es europa- und deutschlandweit die höchste Zahl an Sitzenbleibern, davon die meisten in den Jahrgangsstufen 8 und 9. Im vergangenen Schuljahr mussten mehr als 50.000 bayerische Schüler ein Schuljahr wiederholen.
| News 17 von 2023 | ||
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